Die Biogasanlage

Seit Anfang September 2010 ist die NAWARO – Biogasanlage in Betrieb.

In unserer Anlage verwenden wir Mais als Grundstoff für die Energieerzeugung. Auf einer Fläche von ca. 110 Hektar wird der der Futterstoff für die Biobakterien angebaut, die durch die Fermentierungsprozesse dann Methan erzeugen, welches dann einen Generator betreibt, der Biostrom erzeugt, der dann direkt ins Netz eingespeist wird.

 

So wird aus Mais Methan

Zunächst wird die ganze Maispflanze gehäckselt und mit großen Wagen zum Fahrsilo der Biogasanlage transportiert. Dort wird er mit schweren Schleppern festgewalzt und anschließend Luftdicht verschlossen. Dies nennt man silieren. Dadurch wird der Mais lagerfähig für ein ganzes Jahr.

Die Anlage wird über eine PC-Steuerung  stündlich mit Mais „gefüttert“, so dass die Bakterien immer frisches Futter haben. Unsere Bakterien sind Methanbildner, das heiß sie fressen die Kohlenstoffverbindungen aus unserem Mais und unserer Gülle auf und produzieren dabei Methangas. In unserer Anlage werden jährlich ca. 7000 Tonnen Mais und ca. 3000 Tonnen Gülle benötigt.

Bei diesem Prozess entsteht auch Schwefel im Gas das jedoch für unseren Motor schädlich ist. Es muss eine Entschwefelung des Gases erfolgen.

Die Entschwefelung unserer Anlage erfolgt durch Luftzufuhr, Schwefel verbindet sich mit Sauerstoff, lagert sich an der Dachkonstruktion ab und fällt dann in das Substrat und wird somit als Dünger wieder ausgebracht.

 

Was auch uns bewegt

Jährlich werden in unseren westlichen Industrienationen Lebensmittel erzeugt. Dies führt zu einem Preisverfall und teilweiser Nichtvermarktbarkeit unserer Ernteprodukte. Politische Hindernisse und Transportprobleme verhindern, dass die Hungernden in der Welt unsere Überschüsse bekommen. Dies können wir von unserer Position aus nicht verändern. Wir können nur helfen, weniger Nahrungsmittel und damit auch weniger Energie zu vernichten, in dem wir weniger Erzeugen. Wir erzeugen regional das, was bei uns gebraucht wird: Erneuerbare Energien!

Wir produzieren weiter auf 80 % unserer Ackerfläche Nahrungsmittel für die Region, die wir bevorzugt auch in der Region vermarkten, damit auch hier Transportwege und damit die Insgesamt –Kosten pro Nahrungsmittel gering gehalten werden. Auch das verbessert die positive Ökobilanz unserer Landwirtschaft.

In unseren Hofläden finden Sie viele Produkte von unseren Höfen aus der Region, die es Ihnen möglich machen, Qualität zu einem vernünftigen Preis einzukaufen und unnötige Transportkosten für Nahungsmittel einzusparen.

 

Ökobilanz positiv

Die CO2 Bilanz der Biogasanlage ist annähernd neutral, d.h. die Erderwärmung wird nicht angeheizt.
Der Wasserverbrauch unserer Energieerzeugung ist deutlich niedriger als bei Kohle-, Öl- oder Kernkraftwerken, da nicht ständig neues Wasser für die Kühlung benötigt wird.
Mit 1 KW Input werden ca. 8 KW Leistung erzeugt, mit Hilfe natürlicher und nachwachsender Rohstoffe.

Nachhaltige Landwirtschaft durch intelligente Nährstoffkreisläufe:
Für die Düngung in der Landwirtschaft wird unter anderem Phosphor und Stickstoff benötigt.

Die Weltreserven für Phosphor gehen in den nächsten Jahrzehnten zur Neige und bereits jetzt waren erhebliche Preissteigerungen bei diesem nicht nachwachsenden Rohstoff zu verzeichnen, die die Gewinne in der Landwirtschaft in den letzten Jahren sehr negativ beeinflussten.

In der Methanerzeugung bleibt nach dem Gärprozess ein Reststoff übrig, der die gesamten Mineralien enthält, den die Pflanzen zum Wachsen benötigen, außer Kohlenstoff, welcher in die Luft abgegeben wird. Kohlenstoff (CO2) wird von den Pflanzen beim Wachsen dann direkt wieder aufgenommen, so dass dies keine Belastung für die Umwelt darstellt.

Der Reststoff der Biogasanlage ist ein sehr wertvoller völlig Ökologischer organischer Dünger, der, wenn er auf dieselben Felder ausgebracht wird, den Nährstoffkreislauf schließt. So brauchen keine Nährstoffe zugekauft werden und es entsteht sogar noch zusätzlicher Dünger für andere Äcker, der geruchsneutral ausgebracht werden kann, da das Methangas entzogen ist.

 

Technische Daten

Die Anlage erzeugt ca. 180 m³ Gas pro Stunde, welcher durch einen 12 Zylinder Gasmotor einen Generator speist, der ca. 370 KW Strom erzeugt. Dieser wird seit dem 14.09.2010 ins Netz eingespeist. Das entspricht in etwa dem Bedarf von 800 Durchschnittshaushalten in der Bundesrepublik pro Tag.